Ein Musikalischer Adventskalender - Self-Care auf die Ohren




Stille ist für mich etwas Kostbares. In den Augenblicken, in denen man fast nichts hören kann, in denen sich die Stille in die Gehörgänge pfropft, kommt mein Körper merklich zur Ruhe. Ich kann richtig fühlen, wie er herunterfährt.

Diese Momente sind sehr kostbar, weil sie so selten sind. Mein Alltag ist voller Klänge und Geräusche. Er beginnt morgens harmlos mit dem Wasserkocher, geht weiter mit Klavier üben, steigert sich dann auf dem Weg zur Arbeit zu Autos, Bussen, anfahrenden Zügen und kreischenden Straßenbahnschienen. Der Hauptteil des Tages besteht in einigen Stunden Klavierunterricht, die in diesen Zeiten immer wieder unterbrochen werden von geöffneten Fenstern, die den Lärm des Stadtverkehrs inklusive Feuerwehr und Rettungswagen hineinlassen. Dann geht es nach Hause (Öffis s.o.), der Fernseher läuft, der Kühlschrank schnurrt und nachts unterlegt die Wärmepumpe der Nachbarn die Stille mit einem beständigen Brummen.

Ihr merkt, ich bin geräuschempfindlich. Um so schöner, wenn es - meist an Sonntagen - für einen Moment wirklich still ist. Manchmal helfe ich mit meinen Mickeymäusen nach.

Obwohl ich sie liebe, höre ich kaum Musik, weil meine Ohren im Alltag schon so viel davon bekommen.



Und ich wette, dass das bei Euch anders ist.

Musik ist doch das Größte, oder? Wer hat nicht den einen Song, der die Gefühle an die Jugend wieder erweckt, der Song, der die Vergangenheit wieder lebendig macht, als wäre sie erst gestern gewesen. Es mag der Songtext sein, die Emotionen in der Stimme der Sängerin, die überraschenden Harmonien, der Rhythmus, ganz egal. Die Musik wirkt sich sofort auf die Gefühle aus und ist absolut geeignet für Self-Care. Sie kann die grundlegende Gefühlslage unterbrechen und so den Körper Angst und Stress für einen Augenblick vergessen lassen. Und das funktioniert natürlich auch mit anderen Musikrichtungen, ist ja klar.

Ab heute gibt es auf Twitter etwas Wundervolles für einen emotionalen Ausflug in der Vorweihnachtszeit. Hobbymusiker und Profis gestalten einen musikalischen Adventskalender. Jeden Tag gibt es ein oder zwei Weihnachtslieder, die Twitterer und Twitterinnen für Euch aufgenommen haben. Wer mag, kann auf dem Account @musikadvent oder unter dem gleichlautenden Hashtag jeden Tag ein „Türchen“ öffnen und sich an den Ergebnissen erfreuen.


Einige der KünstlerInnen haben die Frage beantwortet, was Musik für sie bedeutet. Ich darf die Antworten hier wiedergeben. Ich bedanke mich dafür sehr. Unten könnt ihr die berührenden Texte lesen und dabei gleich nachschauen, hinter welchem Türchen der/die VerfasserIn ihren/seinen Beitrag verborgen hat.

Genießt die kommenden Tage bis Weihnachten mit dem Musikalischen Adventskalender. Ich habe eben schon reingehört. Es lohnt sich!


Was bedeutet Musik für Dich?


@BLangnickel, 5. Dezember

Alles. Ich lebe damit, dafür und davon.


@SvennieC_ee24, 6. Dezember

Musik ist das, was mich täglich durch den Tag trägt. Schon mein ganzes Leben lang bin ich von Musik umgeben. Musikalische Früherziehung als kleines Kind, mit vier Jahren angefangen, Geige zu spielen, später kamen noch Klavier und Querflöte dazu. Ich habe in Orchestern gespielt, im Duo, war bei Jugend musiziert dabei. Mich ohne Musik – das gibt es nicht. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal einen Tag ganz ohne Musik verbracht habe. Ohne Musik wird es in meinem Leben dunkel und still. Musik kann mich auffangen, wenn es mir schlecht geht, und fliegen lassen, wenn ich glücklich bin. Musik kann das ausdrücken, was ich nicht in Worte fassen kann. Und genau das macht die Musik unersetzlich für mich. Ihre Perfektion fasziniert mich. Musik ist so vielfältig. Klassisch, Pop, Rock, Jazz, Soul – was auch immer es ist, es ist Musik. Es berührt mich. Immer. In allen Lebenslagen. Selbst wenn meine Sinne taub für alles Schöne sind, Musik dringt immer durch zu mir.


@chi1llbaer, 8. Dezember

Für mich bedeutet Musik Liebe. Warum Liebe? Schön, dass du fragst :D Sie bedeutet für mich Liebe, weil das einfach das beste Gefühl auf der ganzen Welt ist. Liebe hat allerdings viele Facetten. Mal verspührst du durch sie Freude, mal Glück, mal Trauer und manchmal Wut. Und trotz, dass Liebe uns nicht nur gute Gefühle gibt, sind wir traurig, wenn wir sie nicht haben. So ist es für mich mit der Musik. Musik ist Leben, Liebe, Lachen, aber auch Weinen, Schmerzen und Schreien. Und doch will ich sie nie missen. Passt auf euch auf!


@jomusik_tweet, 10. Dezember

Musik bedeutet für mich Arbeit, Hobby, Therapie und Lebenssinn. Zum einen verdiene ich damit nebenbei etwas Geld, mal mehr mal weniger. Aber die Musik hat mich in meinem Leben schon durch viele schwere Schicksalsschläge gebracht und mir geholfen, wieder auf die Beine zu kommen. Letztendlich kann ich mir es nicht vorstellen, ohne Musik zu leben. Musik kann so viel Freude, Trauer, Wut, Kraft und vieles mehr hervorbringen. Ohne sie wäre alles zu trist und schwerfällig.


@die_eine_helli, 11. Dezember

Musik ist für mich das pure Gefühl von Freiheit. Ich kann mich vollständig in der Musik verlieren und meine Außenwelt ausblenden und vergessen. Gleichzeitig ist für mich die Musik auch Gemeinschaft. Es ist wunderbar mit anderen Menschen gemeinsam die Leidenschaft der Musik zu teilen, gemeinsam Musik zu machen, zu hören oder darüber zu sprechen. Das Schreiben von Songs ist ein Weg, meine Gefühle auszudrücken oder schlechte Gefühle zu verarbeiten/ bewältigen. Musik löst in mir sehr unterschiedliche Gefühle aus. Andere Menschen meditieren, um sich zu erden, ich höre Musik. Wenn sich mein Herzschlag dem Beat der Musik anpasst, bin ich vollständig bei mir.


@____imagine_, 15. Dezember

Musik, Malerei, Schreiben, alles was eben Kunst ist, ist Magie. Musik begleitet mich überall, jeder Song auf dem Nachhauseweg ist magisch. Für manche läuft Musik nebenbei. Aber wenn ich Musik höre, dann ist das, so seltsam das vielleicht auch klingt, Magie. Jede Melodie löst etwas aus, die Worte geben mir etwas mit, und dann stockt der Atem, oder ich tanze, singe, lache, weine. Musik ist einfach Magie.


@triangelsolo, 24. Dezember

Ohne Musik wäre ich nicht die, die ich heute bin. Musik ist für mich ein Zufluchtsort, an dem ich ICH sein kann, an dem mir niemand etwas vorschreiben oder gar anhaben kann, denn hier bestimme ich. Musik ist aber auch ein Anker für mich, der mich über Wasser und am rechten Fleck hält und von dem ich weiß, dass er mich immer halten wird. Wenn es gar nichts anderes mehr gibt, gibt es immer noch die Musik. Musik ist für mich auch Therapie. Sie ist Katalysator. Sie ist dann Kommunikation, wenn mir für normales Reden die Worte fehlen. Musik bedeutet mir so viel, dass ich ehrlicherweise nicht wüsste, wer ich ohne sie wäre und was ich ohne sie tun würde.






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