Die Nutzung der Website Rest&Resilience ersetzt nicht den Besuch bei einem Arzt, Psychotherapeuten oder psychologischen Berater. Im Gegenteil, wir möchten Vorurteile und Ängste abbauen und dazu ermutigen, ärztliche und beratende Hilfe in Anspruch zu nehmen.

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2017 - 2018

Warum ich das hier mache

 

Hallo, Ihr Lieben, ich bin Andrea.

Ich habe eine von diesen chronischen Erkrankungen, für die man ewig nach einem Arzt suchen muss, der sich auskennt oder der einen wenigstens ernst nimmt. Sie heißt Mastzellaktivierungsyndrom (MCAS), eine fiese Angelegenheit, bei der der Körper allergieähnliche Reaktionen zeigt auf alles Mögliche: Wärme, Kälte, Nahrungsaufnahme etc. und natürlich Allergene. Und zwar findet das nicht lokal an der Kontaktstelle statt, sondern gleich im ganzen Körper. Man kann es als lästig bezeichnen, denn das Syndrom hält einen gerne von der Arbeit, von sozialen Kontakten, von Lebensgenüssen ab.

Es gibt Spezialisten, die als eine unter vielen Ursachen einen psychischen Auslöser für möglich halten.

 

Mit dieser Situation stehe ich nicht alleine da. Bei vielen Krankheiten führen die Symptome zu einer ärztlichen Beurteilung, die oft nicht weiterführend ist. Ärzte glauben, eine somatoforme Störung zu erkennen, und entledigen sich damit ihrer Verantwortung - was je nach Blickwinkel verständlich ist, aber die Diskussion ist müßig.

 

Das MCAS kann immer wieder zu lebensbedrohlichen Zuständen führen. Genauso wie Allergiker an einem Bienenstich sterben können, können MCAS-Betroffene Anaphylaxien erleben, nur dass dafür eine Biene nicht erforderlich ist. Ich kann Euch versichern, dass dies beängstigend ist, besonders, solange man noch keinen behandelnden Arzt gefunden hat.

 

Als (unfreiwillige) Atheistin, die glaubt, dass uns nur die Tage des aktuellen Lebens zur Verfügung stehen, habe ich beschlossen, das absolut beste rauszuholen. Ich habe beschlossen, dass ich auf allen möglichen Bereichen meine Krankheit bekämpfen will. 

Auf der physischen Ebene kommen da Ernährung, Entspannung, Sport etc. infrage. Deshalb geht es hier auf Rest&Resilience um Aspekte der Mind-Body-Medizin, die Ansätze der klassischen und alternativen Medizin nach ihrer nachweislichen Wirksamkeit zusammenführt. 

Doch ich habe auch das gemacht, was oft auf Widerstand stößt. Ich habe konsequent mögliche psychische Ursachen beseitigt. Vorsicht Spoiler: Ich bin nicht geheilt. Das Leben ist allerdings jetzt nicht nur weniger unerträglich, es hält nun auch Momente unerwarteter Freude bereit.

 

Meine Erfahrungen können also sowohl chronisch Erkrankten als auch Menschen mit Depressionen etwas bringen. Sie basieren allerdings auf einer Extrem-Erfahrung: Mit vierzig zu wissen, dass man mehr oder weniger theoretisch in den nächsten Jahren sterben könnte, verleiht Überlegungen über das Leben eine gewisse Dringlichkeit. Sie eröffnet einem neue Einsichten, die ich gerne früher verstanden hätte, z.B. dass das Leben zu kurz für Arschlöcher ist, um mit Horst Lichter zu sprechen. Jeder nickt zustimmend, wenn er das hört. Trotzdem bleibt die Möglichkeit, Menschen, die einem nicht guttun, aus seinem Leben zu entfernen, eher Theorie, gerade, wenn diese Menschen einem nahestehen.

Es gibt noch mehr Erkenntnisse, die unbequem und schmerzhaft sind, sich aber letztendlich als unendlich bereichernd herausgestellt haben. Darüber so zu schreiben, dass es nicht verletzt, ist nicht einfach. Falls Ihr auf Blogartikel stoßt, die Euch nicht guttun, überspringt sie einfach. Oder schreibt einen Kommentar unter den entsprechenden Artikel. Es könnte allerdings sein, dass ich dann nur antworten kann, dass ich Euch verstehe - was dann auch stimmt. In diesem Fall könnten die Kommentare anderer Leser für Euch hilfreicher sein, als das, was ich sagen kann und das wäre ja wohl auch ziemlich gut.

 

Eine Erkenntnis, die ich gewonnen habe, ist harmlos aber umfassend: Seinem Kind gute Eltern zu sein, ist wahnsinnig schwierig. Wenn man also Eltern hat, die einen verletzt haben und grundlegende Dinge nicht geben konnten, braucht man einen Nachhilfekurs darin, wie man gut auf sich selbst aufpasst und wie man für Krisen stark sein kann. Das ist Self-Care und Resilienz. Und das ist das, was wir hier auf Rest&Resilience am meisten machen: Gut für uns sorgen. Jeden Tag ein bisschen mehr.

Ihr seht, dass es hier nur um meine Erfahrungen geht. Es wäre nicht schlecht, wenn ihr psychische und/oder medizinische Unterstützung im Rücken habt, falls sich in Euch Gefühle melden oder ihr Symptome habt, die Ihr nicht einordnen könnt. Ich persönlich habe einen Therapeuten und einen guten Hausarzt. Das heißt nicht, dass ich mit meinem Leben nicht klarkomme. Ich habe nur verstanden, dass es nicht peinlich sondern clever ist, sich Hilfe zu holen. Macht das auch, wenn Ihr's nicht schon getan habt.

Herzlich, Eure Andrea

PS: Vielleicht habt Ihr schon gesehen, dass es auf meinem Blog Werbung gibt. Euch entstehen dadurch keine Nachteile. Falls Ihr aber auf einen Link z.B. eines Buches oder Tees klickt und sogar etwas kauft, werde ich mit einem kleinen Betrag daran beteiligt. Ich bin nur eingeschränkt berufsfähig und denke, dies ist eine legitime Alternative.